Deutschland kann seine Klimaziele erreichen, wenn die Bundesregierung schnell den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle einleitet. Dies zeigt eine neue Studie der Berliner Instituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace.

Kernbestandteil ist ein Fahrplan, der zeigt, welcher Kraftwerksblock in welchem Jahr abgeschaltet werden muss, um den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken, wie es die Bundesregierung zugesagt hat.

„Mit dem 40-Prozent-Ziel steht und fällt die Glaubwürdigkeit der Kanzlerin im internationalen Klimaschutz“, sagt Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid. „Nur wenn klimaschädliche Kohlemeiler gut geplant vom Netz gehen, wird das Klimaziel erreicht.“

Das 40-Prozent-Ziel der Bundesregierung gilt schon seit mehreren Jahren als unerreichbar. „Natürlich kann immer ein Kohlekraftwerk abschalten“ , sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kürzlich dazu. Der Energiesektor und der Gebäudesektor hätten in  den vergangenen Jahren aber bereits beachtliche Leistungen erbracht. „Es wird Zeit, dass der Verkehrssektor und die Landwirtschaft folgen“ , sagte sie.

Inzwischen herrscht Konsens darüber, dass es nach der Bundestagswahl einen Prozess für einen Kohleausstieg in Deutschland geben wird. Die im Klimaschutzplan 2050 beschlossene Strukturwandelkommission soll sich damit beschäftigen.

Der Ausstieg aus der Kohle ist trotzdem keine abgemachte Sache – jedenfalls nicht international. Die Menschenrechts- und Umweltorganisation Urgewald hat in einer Studie zusammengestellt, wo überall in neue Kohlekraftwerke investiert wird. Pakistans Kohlekapazität etwa soll von 190 Megawatt auf 15.300 Megawatt ansteigen.