Terrorismus und Klimawandel – eine fatale Beziehung

In der Studie „Insurgency, Terrorism and Organised Crime in a Warming World” hat Berliner Denkfabrik Adelphi den Zusammenhang von Klimarisiken und dem Aufstieg terroristischer Gruppen analysiert. Demnach verstärkt der Klimawandel bestehende Probleme und Risiken wie Ressourcenknappheit, Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, die Instabilität und gewaltsame Konflikte ohnehin begünstigen.

Die Autoren Lukas Rüttinger und Katharina Nett empfehlen, Klimaschutz, Entwicklungshilfe, Terrorbekämpfung und Konfliktlösung politisch nicht isoliert zu betrachten, sondern als Ganzes anzugehen, da sich sonst die einzelnen Faktoren leichter verschlimmern. Der Bericht erscheint kurz nachdem der UN-Sicherheitsrat am 31. März eine Resolution zur Region Tschadsee erlassen hat, in der Boko Haram aktiv ist und wo derzeit Millionen von Menschen von Dürre, Hunger und Krieg bedroht sind.

Einige Ergebnisse des Berichts:

  • Extremwetter und Ressourcenknappheit führen zu Konflikten und instabilen Regierungen, was terroristischen Gruppen zum Aufstieg verhilft
  • Der Klimawandel zerstört die Lebensgrundlagen von Menschen, die dadurch anfälliger für die Rekrutierung durch Terroristen werden, welche wirtschaftliche Anreize bieten und ein besseres Leben versprechen
  • Zusätzlich nutzen terroristische Gruppen oft Wasser- und Nahrungsknappheit aus, um Kontrolle über die Bevölkerung zu erhalten, die auf die Ressourcen angewiesen ist
  • Wo Staaten bei der Versorgung der Bevölkerung scheitern, versuchen mitunter terroristische Gruppen diese Lücke zu füllen und den Regierungen damit die Legitimation zu entziehen
  • In klimaempfindlichen Regionen wie Tschadsee, Guatemala, Syrien und Afghanistan gibt es nachweisbar einen Anstieg des Terrorismus.
    Auswirkungen des Klimawandels, Gewalt, Konflikte und Instabilität können in anfälligen Regionen einen Teufelskreis bilden
  • Klimaschutzmaßnahmen können die Bedrohung durch den Terrorismus reduzieren. Dazu zählt auch die Anpassung der lokalen Landwirtschaft an den Klimawandel

Der Bericht wurde vom Auswärtigen Amt in Auftrag finanziert und steht als Download auf der Website von Adelphi zur Verfügung.

Umspannen ist umgezogen

Liebe Leser*innen,

leider war mein Blog in den letzten Tagen nicht erreichbar. Inzwischen bin ich virtuell umgezogen und bald finden Sie hier wieder aktuelle Beiträge zur Energiewende.

Allerdings wird sich der Schwerpunkt etwas verändern. Weg von der Berichterstattung über Technologien für die Energiewende, hin zur Politik.

Das ist eigentlich logisch, denn an fehlenden Technologien mangelt es der Energiewende nicht. Sondern am politischen Willen. Insofern ist es das spannendere, aber auch das schwierigere Thema.

Ich freue mich, wieder online zu sein.

Bis bald

Susanne Ehlerding